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Töpferort Schaephuysen

Wie dem Buch „Niederrheinische Bauerntöpferei des 17. – 19. Jahrhunderts“, von Mechthild Scholten-Neess und Werner Jüttner, zu entnehmen ist, war Schaephuysen im späten 17., vornehmlich aber im 18. und 19. Jahrhundert, ein bedeutender Töpferort.

Zahlreiche Prunkschüsseln, Wandbilder und Tongegenstände für den Alltagsgebrauch dokumentieren noch heute in vielen Museen des In- und Auslandes die Kunstfertigkeit unserer Vorfahren.

Außer den erhaltenen zahlreichen Arbeiten beweist auch noch die Höhe der Geldleistungen, die die Schaephuysener während des siebenjährigen Krieges (1756 – 1763) abführen mussten, dass neben der Landwirtschaft hier ein blühendes Töpferhandwerk bestand. Wahrscheinlich wurde in Schaephuysen schon im 17. Jahrhundert getöpfert.

Für die Schaephuysener Werkstätten ist ein rotbrauner bis dunkelbrauner Anguß charakteristisch. Dieser Farbton wurde durch einen Zusatz von fein pulverisiertem Braunstein zur Angußmasse erzielt. Ein besonderes Merkmal ist der starke Glanz der Glasuren, der durch einen dickeren Auftrag erreicht wurde. Zu den aus anderen niederrheinischen Töpferorten bekannten Malfarben kommt hier ein besonders häufig verwendetes Kobaltblau hinzu. Dessen Verwendung setzte eine besondere Fertigkeit voraus. In Schaephuysen begegnen wir dieser blauen Farbe hauptsächlich bei Arbeiten, die aus der Werkstatt des Töpfers Gerrit Evers stammen.

Die älteste und bedeutendste Töpferfamilie waren die Hammeckers. Ihre Werkstatt, die später von Eickmanns und dann von Kölschen übernommen wurde, lag an der Ecke Tönisberger Straße / Grünstraße. Mitglieder der Familie Kölschen haben die Werkstatt noch bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts betrieben und stellten zuletzt Gebrauchsgeschirr her. Die daneben bekannteste Töpferei war die von Gerrit Evers, die hinter der Kirche lag. Seine wohl bedeutendste Arbeit ist eine Folge von Passionsschüsseln, die einzelne Szenen des Leidensweges Christi zeigt. Die älteste aus Schaephuysen erhaltene Arbeit ist die im Jahre 1738 entstandene prächtige sogenannte „Ständeschüssel“ der Gebrüder Nicolaus und Paul Hammeckers im Museum für niederrheinische Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer.

  

 

 
  

 

 
  

 

 

Weitere Töpfernamen aus Schaephuysen sind: Mellen, Pasch genannt Hoebben, Bissels, Pottbeckers, Schieten oder Scheiten, Döllings oder Düllings, van Wickelen.

Überblickt man die große Anzahl der erhalten gebliebenen Schaephuysener Töpferartikel mit den Prunkschüsseln, den Wandbildern, den plastischen Arbeiten und den Gebrauchsgegenständen, so erkennt man, dass dieser Töpferort im 18. und 19. Jahrhundert eine bedeutende Stellung hatte. Die letzte Schaephuysener Töpferwerkstatt war die der Familie Pottbeckers – Im Ströttschen – die bis 1914 betrieben wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                       

 

 

 

 

Mit der Darstellung eines Töpfers im Ständebrunnen vor der Schaephuysener Kirche wird die Erinnerung an dieses alte und über Jahrhunderte in Schaephuysen ausgeübte Handwerk wachgehalten.

 

 

Quelle: Die Geschichte der Gemeinde Schaephuysen im Überblick; Autor: Theo Mäschig.