
Schaephuysen – unser Dorf
Schaephuysen ist mehr als ein Ort auf der Landkarte. Es ist ein Stück Heimat.
Wer hier lebt, kennt die Wege, die Felder und die vertrauten Gesichter. Man kennt die kleinen Geschichten, die besonderen Orte und die Momente, die sich über Generationen hinweg weitererzählen. Man trifft sich, hilft einander und freut sich, wenn im Dorf etwas passiert. Genau das macht Schaephuysen aus: die besondere Verbindung der Menschen zu ihrem Dorf.
Und es gibt viele gute Gründe, Schaephuysen zu lieben.
Unser Heimatdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Rheurdt und liegt am unteren linken Niederrhein, im südlichsten Zipfel des Kreises Kleve – eingebettet zwischen Rhein und Maas und zugleich am Rand des westlichen Ruhrgebietes. Dank der Autobahnen A40, A42 und A57 ist Schaephuysen schnell und unkompliziert zu erreichen. Und doch fühlt es sich hier ein wenig so an, als wäre die Hektik der großen Städte weit entfernt.
Prägend für die Landschaft sind die Schaephuysener Höhen, die dem Ort ihren Namen geben. Sie sind Teil des Niederrheinischen Höhenzuges, eines eiszeitlich geprägten Endmoränenzuges, der sich mit Unterbrechungen von Krefeld bis Nimwegen erstreckt. Mit Höhen von fast 90 Metern bilden sie eine für den Niederrhein besondere Landschaft und verleihen Schaephuysen seinen ganz eigenen Charakter.
Rund um den Ortskern gehören auch die Bauernschaften Saelhuysen, Finkenberg und Lind sowie Neufeld zu Schaephuysen. Bruchlandschaften, Kuhlen, Wälder, Felder und die Höhenzüge prägen das abwechslungsreiche Umfeld und machen die Gegend zu einem wunderbaren Ziel für Spaziergänge und Fahrradtouren.
Doch Heimat besteht nicht nur aus Landschaft.
Sie entsteht dort, wo Menschen gemeinsam etwas bewegen, Traditionen bewahren und gleichzeitig neue Ideen entwickeln. Wo alte Geschichten ihren Platz haben und neue Geschichten entstehen. Wo Vereine, Nachbarschaften und engagierte Menschen dafür sorgen, dass ein Dorf lebendig bleibt.
Schaephuysen ist ein Dorf mit Geschichte, Natur und Charakter – vor allem aber ein Dorf mit Menschen, die ihre Heimat lieben und sie mitgestalten.
Und genau dieses Schaephuysen möchten wir zeigen, bewahren und gemeinsam weiterentwickeln.
Impressionen aus Schaephuysen
Schaephuysen im Wandel der Zeit
Töpferort Schaephuysen
Wie dem Buch „Niederrheinische Bauerntöpferei des 17. – 19. Jahrhunderts“, von Mechthild Scholten-Neess und Werner Jüttner, zu entnehmen ist, war Schaephuysen im späten 17., vornehmlich aber im 18. und 19. Jahrhundert, ein bedeutender Töpferort.
Zahlreiche Prunkschüsseln, Wandbilder und Tongegenstände für den Alltagsgebrauch dokumentieren noch heute in vielen Museen des In- und Auslandes die Kunstfertigkeit unserer Vorfahren.
Außer den erhaltenen zahlreichen Arbeiten beweist auch noch die Höhe der Geldleistungen, die die Schaephuysener während des siebenjährigen Krieges (1756 – 1763) abführen mussten, dass neben der Landwirtschaft hier ein blühendes Töpferhandwerk bestand. Wahrscheinlich wurde in Schaephuysen schon im 17. Jahrhundert getöpfert.
Für die Schaephuysener Werkstätten ist ein rotbrauner bis dunkelbrauner Anguss charakteristisch. Dieser Farbton wurde durch einen Zusatz von fein pulverisiertem Braunstein zur Angußmasse erzielt. Ein besonderes Merkmal ist der starke Glanz der Glasuren, der durch einen dickeren Auftrag erreicht wurde. Zu den aus anderen niederrheinischen Töpferorten bekannten Malfarben kommt hier ein besonders häufig verwendetes Kobaltblau hinzu. Dessen Verwendung setzte eine besondere Fertigkeit voraus. In Schaephuysen begegnen wir dieser blauen Farbe hauptsächlich bei Arbeiten, die aus der Werkstatt des Töpfers Gerrit Evers stammen.
Die älteste und bedeutendste Töpferfamilie waren die Hammeckers. Ihre Werkstatt, die später von Eickmanns und dann von Kölschen übernommen wurde, lag an der Ecke Tönisberger Straße / Grünstraße. Mitglieder der Familie Kölschen haben die Werkstatt noch bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts betrieben und stellten zuletzt Gebrauchsgeschirr her. Die daneben bekannteste Töpferei war die von Gerrit Evers, die hinter der Kirche lag. Seine wohl bedeutendste Arbeit ist eine Folge von Passionsschüsseln, die einzelne Szenen des Leidensweges Christi zeigt. Die älteste aus Schaephuysen erhaltene Arbeit ist die im Jahre 1738 entstandene prächtige sogenannte „Ständeschüssel“ der Gebrüder Nicolaus und Paul Hammeckers im Museum für niederrheinische Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer.
Nachbildung eines Wandbildes aus der Schaephuysener Töpferwerkstatt Evers. Es stellt zwei Schmiede mit Amboss dar, im Hintergrund ist der Blasebalg zu sehen.
Inschrift:
Hier stehe ich in meiner Schmiede und mache aus alten Eisen neue Ketten. Könnte ich alte Weiber jung machen, dann könnte ich meine Kost besser verdienen als mich abzurackern.
Original im Niederrheinischen Museum Duisburg
Nachbildung einer Schüssel des Schaephuysener Töpfers Gerrit Evers von 1771.
Die Inschrift bedeutet:
Höre Schüsselchen was ich dir sagen will; Wenn dich jemand forttragen will, so sage ich hola hola, lass mich liegen, ich bin in guten Händen, ich bin die Hausfrau von Fredrick Vale.
Das Original befindet sich im Niederrheinischen Museum Duisburg
Nachbildung einer Töpferschüssel aus dem Jahr 1752 des Schaephuysener Töpfers Gerrit Pottbeckers.
Die Schüssel zeigt den Hl. Georg (Sinte Joris), der auf einem Pferd sitzend mit einer Lanze gegen einen Drachen kämpft. Er verteidigt die Königstochter (im Hintergrund mit einem Hund und dem Namenszug "Könnike Tochter" abgebildet), die der Drache verschlingen will.
Das Orginal befindet sich im Hetjend-Museum in Düsseldorf.
Die Nachbildung stammt von dem Töpfer Horst Kippers in Geldern-Vernum






























































































































